Die Haaranalyse im Führerscheinverfahren

Von den Führerscheinbehörden wird seit einiger Zeit von alkoholauffälligen Fahrzeuglenkern die Beibringung einer Haaranalyse (chemische Untersuchung der Haare auf eingelagerte Substanzen) als Nachweis für die Alkoholabstinenz gefordert. Diese Untersuchung basiert darauf, dass sich bei Konsum von Alkohol in den Haaren ein Abbauprodukt des Alkohols (EtG) einlagert und aufgrund des Umfangs dieses eingelagerten Stoffes auf ein Alkoholtrinkverhalten des Probanden geschlossen wird.

Obwohl es gesetzlich nicht geregelt ist, wird in Oberösterreich die Haaranalyse auf EtG immer häufiger per Bescheid, also zwangsweise, abverlangt. Diese Vorgehensweise ist in mehrfacher Hinsicht sehr problematisch. Zum einen kann nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft weder bestätigt noch ausgeschlossen werden, dass Stoffwechselerkrankungen, individuelle Umstände (wie etwa verminderter Haarwuchs) oder auch äußerliche Kontaminationen (z.B. Haarpflegemittel) Einfluss auf das Testergebnis nehmen.

Von Probanden wird immer wieder glaubhaft berichtet, dass es bei ihnen trotz mehrmonatiger Alkoholabstinenz zu negativen Untersuchungsergebnissen gekommen ist, während parallel eingeholte Blutuntersuchungen Alkoholabstinenz bestätigt haben. Tatsache ist, dass es bis heute keinerlei standardisierte Verfahren für eine derartige Haaruntersuchung gibt. Zum anderen ist eine verpflichtende Auferlegung einer bestimmten Länge wachsen zu lassen, als grundrechtswidrig abzulehnen. Körperhaare sind Teil des menschlichen Körpers und daher durch das Recht auf körperliche Unversehrtheit geschützt. Dieses Recht, wie auch der Schutz der personenbezogenen Daten, ist in der Grundrechte-Charta der Europäischen Union verbrieft. Ein Eingriff in diese Rechte darf nur auf gesetzlicher Basis erfolgen. Für die Anordnung einer Haaranalyse durch die Führerscheinbehörde mangelt es jedoch in Österreich an jeglicher gesetzlicher Grundlage. Aus demokratiepolitischen Überlegungen sind Grundrechtsverletzungen durch die Behörden abzulehnen. Gegen solche Bescheide kann das Rechtsmittel der Beschwerde an das zuständige Verwaltungsgericht erhoben werden.

Wann haften Kinder und Jugendliche?

Im Allgemeinen gilt, Kinder bzw. Jugendliche bis zum 14. Lebensjahr sind nicht deliktsfähig. Dies bedeutet, dass unter 14jährige weder strafrechtlich verurteilt werden können, noch schadenersatzpflichtig werden.

Zuletzt sorgte allerdings eine Entscheidung des Oberlandesgerichtes Linz für Aufsehen, wonach ein 13jähriger Tormann einem gleichaltrigen Fußballspieler Schadenersatz zahlen musste. Der Tormann verletzte einen gegnerischen Spieler schwer.

Voraussetzung dafür, dass auch unmündige Kinder (unter 14jährige) zum Ersatz eines Schadens herangezogen werden können ist, das ihnen im konkreten Fall doch ein Verschulden angelastet werden kann. Dies ist dann der Fall, wenn ein Unmündiger die nötige Einsicht für sein unrechtmäßiges Verhalten sehr wohl besitzt. Immer wieder wird von der Rechtsprechung die Einsichtsfähigkeit im Straßenverkehr angenommen, etwa wenn ein 9jähriger einen 7jährigen auf einer Wohnstraße mit dem Fahrrad niederstößt oder ein 13jähriger eine 14 jährigen auf die Fahrbahn schubst. Die Gerichte gehen davon aus, dass einem 8jährigen bewusst sein muss, dass das Werfen eines harten Gegenstandes bei einem anderen zu schweren Verletzungen führen kann. In diesen Fällen haften auch unmündige Personen.

Die Haftung eines Kindes bzw. eines unmündigen Jugendlichen kann auch dann vorliegen, wenn dieser ein Vermögen besitzt und er dadurch einen Schaden leichter tragen kann als die geschädigte Person.

Zum Vermögen zählt dabei nicht nur Vermögen im eigentlichen Sinn sondern auch das Bestehen einer Haftpflichtversicherung, die für den Schaden aufkommt.

Dies war auch beim oben angeführten Fall des 13jährigen Tormannes ausschlaggebend für seine Haftung. Dessen Eltern hatten für ihn eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen und wurde er daher schadenersatzpflichtig. Der 13jährige bzw. dessen Haftpflichtversicherung musste € 11.000,00 an Schmerzengeld bezahlen.

Strafbarkeit von Doping im Breitensport

Seit der WM in Seefeld ist Doping wiederum in aller Munde. Unter Sportdoping versteht man generell die Anwendung von unerlaubten Mitteln oder unerlaubten Maßnahmen zu Leistungssteigerung. Doping spielt jedoch nicht nur im Leistungssport eine Rolle. Vielmehr hat Doping auch im Breitensport Einzug gefunden. Auch wenn es keine exakten Zahlen gibt, so wird vermutet, dass zwischen 5% und 20% aller Hobbysportler unerlaubte Mittel einnehmen. Es wird weiters behauptet, dass der Handel mit leistungssteigernden Substanzen profitreicher ist als der Handel mit Drogen. Es stellt sich daher die Frage, ob auch ein Breitensportler durch die Einnahme unerlaubter Substanzen mit dem Gesetz in Konflikt kommen kann. Die Strafbestimmung Sportbetrug findet sich als Qualifikation des einfachen Betruges § 147 (1a) des Strafgesetzbuches. Strafbar ist die Einnahme verbotener Wirkstoffe oder die Anwendung einer verbotenen Maßnahme zu Zwecken der Leistungssteigerung im Sport, wenn dadurch ein mehr als geringer Schaden entsteht. Unter geringen Schaden versteht die Rechtsprechung einen Schaden von unter € 100,00. Damit ist klar, dass die Strafbestimmung in erster Linie auf den Spitzensport abzielt, wo entsprechend hohe Preisgelder verdient werden, wo Sponsorenverträge abgeschlossen werden und wo von den Verbänden hohe Trainings- und Wettkampfkosten übernommen werden. Das bloße Gewinnen von Pokalen du Medaillen sollen hingegen nicht strafbar sein. Allerdings kann auch im Breitensport schnell ein Schaden von mehr als € 100,00 entstehen, wenn etwa ein Verein aufgrund guter Leistungen Startgelder übernimmt, Leistungsprämien bezahlt  oder Trainingskurse finanziert. Voraussetzung für die Strafbarkeit von Doping ist aber in allen Fällen, dass der Sportler mit Täuschungs- und Bereicherungsvorsatz handelt. Anders als in Deutschland ist in Österreich der Erwerb und besitz von verbotenen Substanzen soweit sie nicht dem Suchtmittelgesetz unterliegen, nicht strafbar. Der Verkauf oder die Weitergabe von verbotenen Substanzen kann einen Verwaltungsstraftatbestand nach dem Arzneimittelgesetz erfüllen. Was das Gesetz unter verbotenen Wirkstoffen und verbotenen Methoden versteht, ist in der Anti-Doping-Konvention festgeschrieben, welche in Österreich im BGBL Nr. 451/1991 kundgemacht wurde.