Maturareise jetzt stornieren?

 

In letzter Zeit sorgen in diversen Medien Berichte für Aufregung, wonach Event-Maturareiseanbieter offerieren, die gebuchte Maturareise jetzt kostengünstig stornieren zu können.

Dies ist insoweit bemerkenswert, als die durchaus realistische Möglichkeit besteht, von einer gebuchten Event-Maturareise kostenfrei zurückzutreten. Derzeit ist die Situation wie sie sich Ende Juni/Anfang Juli darstellen wird, noch nicht absehbar. Es ist aber wahrscheinlich, dass zu diesem Zeitpunkt eine Reisefreiheit – selbst in Nachbarländer – nicht zu erwarten ist. Derartige Maturareisen zeichnen sich durch uneingeschränkte Partys, Konzerte, Ausflüge, etc., mit mehreren tausend Teilnehmern aus. In Österreich sind solche Großveranstaltungen aufgrund der Corona-Bestimmungen bis Ende August 2020 verboten. Es ist daher auch fraglich, ob derartige Reiseevents in Ländern wie Kroatien stattfinden werden.

Kann ein Reiseveranstalter allerdings die Reise nicht im gebuchten Zeitraum und im gebuchten Umfang anbieten, muss er zurücktreten und ist der bezahlte Reisepreis zurückzuerstatten.

Aber auch ein Reisender selbst hat durchaus die Möglichkeit von einer Reise zurückzutreten und den gesamten Reisepreis zurückzufordern. Der Oberste Gerichtshof hat bereits entschieden, dass Voraussetzung für einen Reiserücktritt nicht allein eine bestehende Reisewarnung des Außenministeriums ist. Es reicht, wenn sich aus seriösen Medienberichten eine Lage am Urlaubsort darstellt, bei der ein durchschnittlich gewissenhafter Mensch eine Reise nicht antreten würde.

Keine Unterstützung bilden in derartigen Fällen Reisestornoversicherungen. Diese greifen im Normalfall nicht, weil mit ihnen nur das Risiko versichert ist, aus persönlichen Gründen (wie Erkrankung, etc.) die Reise nicht antreten zu können.

In der derzeitigen Situation empfiehlt es sich trotz der etwas unsicheren Lage zuzuwarten. Ein kostenloser Rücktritt von einer Maturareise erscheint aufgrund der vermutlich Ende Juni/Anfang Juli bestehenden Situation durchaus nicht unrealistisch.

 

 Stand 06.05.2020