Reisen in Zeiten des Corona Virus Teil 2


 
Im Allgemeinen ist eine Reisewarnung des Außenministeriums für ein bestimmtes Urlaubsland nicht zwingende Voraussetzung für die Möglichkeit einer kostenlosen Stornierung. Es reicht, wenn seriösen Medienberichten zufolge ein Reiseantritt unzumutbar ist. Eine Reisewarnung spart aber häufig nachträgliche Diskussionen.

Wurde nicht eine Pauschalreise, sondern lediglich ein Flug gebucht, kann der Ticketpreis von der Airline zurückgefordert werden, wenn von Seiten der Fluglinie der Flug annulliert wurde. Ein Gutschein oder eine Umbuchungsmöglichkeit zu einem späteren Zeitpunkt muss nicht akzeptiert werden.

Schwieriger wird es, wenn ein Flug - ohne dass dieser annulliert wird - in ein Land gebucht wurde, wo aufgrund der Coronakrise die Einreise verweigert wird oder dort sofort eine mehrtägige Quarantäne droht. Eine Rückerstattung des Flugticketpreises könnte daran scheitern, dass die Fluglinie grundsätzlich bereit ist, den Flug durchzuführen. Die Tatsache, dass der Fluggast nicht oder nur unter bestimmten Umständen ins Zielland einreisen darf, ist nicht der Sphäre der Fluglinie zuzuordnen, sondern beruht auf außerordentlichen Umständen.

Inwieweit eine Unterkunft, die direkt vor Ort gebucht wurde, kostenfrei storniert werden kann, richtet sich nach den rechtlichen Bestimmungen des Landes, indem sich das Hotel oder die Ferienwohnung befindet. In diesem Fall erscheint es sinnvoll, sich auf ein einvernehmliches Vorgehen mit dem Unterkunftsgeber zu einigen.

Stand 08. 04. 2020